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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Das Geheimnis der Flamingofrau - Laura Lay Christian Konrad ist ein ganz normaler Mann – er arbeitet Teilzeit als Lehrer an einem Gymnasium und verdient durch seine journalistische Tätigkeit weiteres Geld. Doch dann zieht Tania von Rosenfels in die Stadt, bei der niemand so richtig wissen zu scheint, wer sie ist. Gerüchte gibt es dafür zur Genüge. Eigentlich ist Christian gar nicht an ihr interessiert, doch trotzdem versteht sie es, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Vielmehr gelingt das aber Tanias Freund Luise, die ihn auf ganz andere Weise fasziniert und das nicht nur, weil Tania mit ihr scheinbar machen kann, was sie möchte.
Sie alle sind aber nur Teil einer Geschichte – einer Geschichte, die Leon Walsky schreibt, weil eine Fremde dies so will und er das Geld braucht. Doch wer ist diese Frau, die sich nun in der von ihr verlangten Geschichte wiederfindet?


Bei dieser Erzählung gibt es einige Dinge, die ich mag, allerdings auch einige, die mir nicht ganz so sehr zugesagt haben. Bei Letzterem betrifft das hauptsächlich die Länge, bei der man allerdings vorher schlichtweg wissen muss, ob man nun eine kurze Geschichte genießen möchte oder doch lieber zu längeren Werken greift.
Fakt ist: „Das Geheimnis der Flamingofrau“ ist kurz und auch wenn der Ansatz sehr interessant war, hatte ich nicht das Gefühl, dass der Platz ausgereicht hat, damit die Geschichte sich wirklich entfalten konnte. Es hätte ganz bestimmt kein 500-Seiten-Roman werden müssen, dennoch gab es immer wieder Punkte, bei denen ich mir gewünscht habe, sie wären weiter ausgebaut worden. Das betrifft sowohl die Charaktere als auch die Geschichte(n) an sich und ist in der Erzählung so, wie sie vorliegt, leider nicht der Fall.

Dabei hätte sich das Konzept bestens für mehr angeboten: Es ist eine Geschichte in der Geschichte, was das Ganze noch mal extra spannend macht. Vielleicht wäre es günstiger gewesen, sich auf einen Handlungsstrang zu konzentrieren und ihn damit zu vertiefen. Andererseits muss ich zugeben, dass gerade dieser Aspekt besonders mein Interesse geweckt hat und ich unter anderem gerne mehr über die Parallelen zwischen den Tanias der Geschichte erfahren hätte. Beide Handlungsstränge haben ihren Reiz, weswegen ich auch beide nicht missen möchte.
Es hängt auch noch ein bisschen mehr mit der Kürze zusammen: Ich habe ganz gewiss nichts gegen BDSM (welches eine Rolle in der Erzählung spielt, aber nicht die Rolle). Im Gegenteil, ich finde es sogar sehr interessant, vorausgesetzt alle Parteien handeln im gegenseitigen Einverständnis und es endet nicht in einer Darstellung als reiner Sadismus. Letzteres ist keineswegs der Fall und Ersteres wird auch zu Beginn der Geschichte vermerkt. Es kommt auch in der Geschichte ein wenig rüber, für meinen Geschmack hätte es aber noch deutlicher sein können. So blieben mir Tania und Christian ein wenig suspekt, besonders Letzterer, der sich teilweise Freiheiten nimmt, die zwar auf seine Unwissenheit zurückgehen, aber dann auch nicht weiter beleuchtet werden.

So endet die Erzählung beinahe wortwörtlich am Höhepunkt, auch deswegen, weil die Erotik nicht das Hauptaugenmerk ist. Sie schleicht sich geradezu nebenbei herein, was alles andere als negativ ist. Es geht um die (wenn auch nicht allzu vertiefte) Geschichte und alles andere ergibt sich mit der Zeit. So ist es erstens nicht zu aufdringlich und lässt sich zweitens besser genießen. Wie sollte man das auch tun, wenn man geradezu übersättigt ist? Stattdessen kann man sich darauf freuen, dass es bald soweit sein wird. Vorfreude ist ja bekanntlich sie schönste Freude!
Sprachlich geht es dabei nie ins Obszöne, sondern bleibt ansprechend und sehr angenehm zu lesen. Auch wenn die Betonung von einzelnen Sachverhalten (indem es in einen kurzen Hauptsatz verpackt wird) bisweilen ein wenig überstrapaziert wurde, konnte ich mich letztlich – auch wegen des Schreibstils – kaum losreißen. Ich startete mit dem Gedanken, ein Kapitel zu lesen und endete damit, dass ich alles las.


Letzten Endes hätte ich mir einfach mehr gewünscht – vor allem mehr Länge, alles andere hätte sich dann ergeben, da bin ich mir relativ sicher.
Dennoch ist „Das Geheimnis der Flamingofrau“ eine ansprechende, wenn auch viel zu kurzweilige Geschichte mit einem interessanten Konzept. Die Erotik steht hier nicht an allererster Stelle, was sehr angenehm ist und eben jene Szenen selbst sind ansprechend gestaltet.