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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Alice und ich - Melanie Benjamin, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Thomas Wollermann Alice Liddell ist die mittlere der drei Töchter des Dekans von Chruist Church in Oxford und dessen Frau. Sie uns ihre Schwestern verbindet eine tiefe Freundschaft mit Charles Dogdson, einem Mathematikprofessor und Fotografen. Doch immer wieder kommt es auch zu Rivalitäten zwischen Alice und ihrer älteren Schwester Ina, liegt beiden doch sehr viel an ihm. Derweil führt dieser die Mädchen aus, erzählt ihnen Geschichten … unter anderem die von Alice im Wunderland, die er später auch veröffentlicht und damit weltweite Berühmtheit erlangt. Was danach kommt, ist jedoch weit vom Wunderland entfernt. Durch einen Vorfall an einem Sommertag kommt es zum Bruch zwischen Mr. Dogdson und der Familie Liddell, der die Geschehnisse noch sehr lange Zeit beeinflussen wird – und Alice’ Wunderland scheinbar zerstört.
Ich war überrascht, wie sehr mir ein Kind doch ans Herz wachsen kann, bin ich normalerweise alles andere als ein Kinderfreund. Doch schon zu Beginn zeichnet die Autorin Alice lebendig und sympathisch, man schließt das kleine Mädchen mit dem klugen Kopf einfach ins Herz und kommt nicht umhin, ihr Leben mit Spannung zu verfolgen.
Geteilt ist das Buch in drei verschiedene Abschnitte aus Alice’ Leben: einmal sie als Kind, als junge Frau und als alte Dame. Während all dieser Teile ist die Entwicklung der Protagonisten sehr deutlich zu spüren; sie lebt und wird Fleisch, statt ein Name auf dem Papier zu bleiben. Besonders deutlich wird der Bruch, der zwischen ihrem kindlichen und jüngerem Ich aber auch zwischen ihr, ihrer Familie und Lewis Carroll alias Mr. Dogdson stattfindet. Plötzlich ist alles Kindliche verloren und Alice wird genau das, was sie früher doch gar nicht sein wollte.
Im Zentrum dieser Entwicklung steht immer wieder die Geschichte von Alice aus dem Wunderland und damit einhergehend sie selbst als Vorbild für dieses Abenteuer und Mr. Dogdson als Autor. Bis zum Ende hin ist nicht ganz klar, was genau geschah, dass sich die Verhältnisse so rapide verschlechtern und Alice’ Leben bis ins hohe Alter hin belasten. Man kann sich zwar seinen Teil denken und ich wage zu bemängeln, dass Dogdsons Darstellung stellenweise unglücklich vorgenommen wurde, doch eröffnet sich die ganze Tragweite, all die Kleinigkeiten, die sich zur großen Katastrophge zusammenschlossen, erst am Ende – wenn Alice es schafft, doch zu sich selbst zu finden.
Leider kommt es mit der zunehmenden Abhärtung (dem Erwachsenwerden) von Alice auch zu einer gewissen Distanz zwischen Protagonistin und Leser. Man versteht sie und verfolgt die Geschichte weiterhin gespannt, doch fühlt man es ihr nicht nach. Ihre wahren, echten Gefühle bleiben unerreichbar und man muss sich mit einem kratzen an der Oberfläche zufrieden geben. Hinzu kommt, dass eine Satzgruppen und Gedanken Wort für Wort wiederholt werden, ohne dass es als stilistischen Mittel zur Geschichte und der Nahebringung dieser beitragen würde.
Dennoch ist „Alice und ich“ ein sehr interessantes und gelungenes Buch. Selbst wenn nicht alles, was im Roman geschieht, historisch belegt ist, wirkt die Geschichte schlüssig und korrekt, was der Autorin sehr zugute zu halten ist. Daher, und da es wieder eines dieser Bücher ist, das so ein wunderschönes, bitterüsßes Gefühl hinterlässt, verdient das Buch meiner Meinung nach vier von fünf Sternen. Nicht nur für Fans des Klassikers lohnendes Lesefutter!