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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Bernie & Chet - Spencer Quinn, Andrea Stumpf, Gabriele Werbeck Chet ist ein ganz besonderer Hund - nicht nur, dass sein eines Ohr weiß statt schwarz ist, er wäre auch beinahe Polizeihund geworden! Aber auch nur beinahe und so landete er schließlich bei Bernie Little, einem Privatdetektiv. Mittlerweile sind die beiden ein gutes Team, mehr noch - Chet gehört absolut zur Familie. Umso wichtiger nun, da Bernie sich inzwischen von seiner Frau getrennt hat und diese ihren gemeinsamen Sohn Charlie mit sich nahm.
Also widmen sich Herrchen und Hund ihrem Job, haben ihre liebe Not mit dem Geld und können beide Scheidungsfälle nicht mehr sehen. Als jedoch eines Tages Cynthia Chambliss auftaucht, um ihn nach ihrer Tochter Madison suchen zu lassen, will Bernie erst gar nicht annehmen - es ist immerhin keine Seltenheit, dass Jugendliche für ein paar Stündchen verschwinden und dann wieder auftauchen. Doch schließlich nimmt er an, denn das Geld, das Cynthia ihm bietet, kann er gut gebrauchen; doch es kommt, wie er es schon vorausahnte: Madison taucht von allein wieder auf. Doch Bernie wäre nicht Bernie, wenn er nicht mitbekommen würde, dass trotzdem etwas nicht stimmt. Als Madison ein zweites Mal - und diesmal wirklich - verschwindet, sind sein kluger Kopf und Chets erfahrene Nase dringend gefragt, um das Mädchen zu finden.
Derweil schleicht sich noch jemand in Bernies Leben ein: Susie Sanchez, eine Journalistin, die ursprünglich nur einen Artikel über den Privatdetektiv schreiben will. So wie Chet das sieht, ist sie aber eine mehr als geeignete Partnerin für sein Herrchen ... und sie hat immer Hundekekse dabei!

"Bernie & Chet" ist vor allem eines: leichte Unterhaltung.
Erzähler dieses Hunde-Krimis ist - natürlich - Chet, seines Zeichens Beinahe-Polizeihund und professionelle Spürnase. Und der sieht die Dinge ganz klar mit anderen Augen und ich war selbst immer wieder überrascht, wie blind und verständnislos unsereins manchmal sein kann. Chet ist Bernie meistens einen Schritt voraus, nur kann dieser die Zeichen nicht richtig deuten.
Dennoch sind Chets Gedanken auch wesentlich schlichter, weil ein Hund nun mal anders denkt und nicht alles versteht, was Menschen so treiben. Das allerdings macht das Lesen zu einem ordentlichen Spaß, nicht selten sorgt Chets Unverständnis für einige Lacher.
Es gibt ein schönes Zitat auf Seite 285, das recht deutlich zeigt, was ich meine:
Keefer reckte das Kinn in die Höhe, bei den Menschen eines der Zeichen für Angriff, ein bisschen seltsam, wenn man bedachte, dass sie ihr Kinn dabei womöglich einem hübschen kräftigen Schlag aussetzen [...].


Genau diese Perspektive sorgt aber nicht nur für die lustige Komponente des Buches, sondern auch dafür, dass es ansonsten auch einige Mängel aufweist. Schon von den Charakteren kann nur eine abgespeckte Variante dargestellt werden, auch wenn es einem als (menschlicher) Leser eher gelingt, den Charakteren durch simple Interpretation ihrer Worte und Handlungen etwas mehr Sinn zuzuschreiben. Es muss schließlich nicht immer alles vorgekaut werden. Unser Protagonist weiß dagegen voll zu überzeugen - durch den genannten Humor, aber auch durch Herz.
Ein anderer Punkt ist da Chets (fehlendes) Kurzzeitgedächtnis, das ihn nicht nur wichtige Dinge vergessen, sondern andere ständig wiederholen lässt. Gerade Letzteres ist für eine Weile zwar ganz lustig, auf Dauer aber doch eher anstrengend und nervig. Für das reine Lesen wäre es des Öfteren günstiger gewesen, wenn es diese Wiederholungen nicht gäbe.
Ansonsten ist das Buch sprachlich nichts Besonderes, was aber auch verwunderlich, um nicht zu sagen unpassend gewesen wäre. So ist es ein angenehmes und schnell zu lesendes Abenteuer, bei dem weniger die einzelnen Sätze als die Handlung auf den Leser wirken.

Diese hat ebenso ihre Vor- und Nachteile.
Glücklicherweise spielt sich die Liebesgeschichte nur am Rande ab, so dass der Fall hier im Vordergrund bleibt und es nach wie vor ein Krimi ist. Gerade deswegen ist die Geschichte zwischen Bernie und Suzie ein angenehmer Faktor; eine kurze Abwechslung, die nicht allzu sehr ablenkt, aber noch ein bisschen mehr in das Buch mit reinbringt.
Der Fall an sich bleibt aber weniger spannend, auch wenn es einige unerwartete Wendungen gibt, die nicht klar erkennen lassen, wie es weiter geht. Das sind auch die spannendsten Stellen des Buches, einfach weil nicht damit gerechnet wird. Ansonsten ist die ganze Sache nämlich etwas vorhersehbar, das Ende ist dementsprechend wenig überraschend. Diese kleinen Momente bringen dann wieder Fahrt in das Ganze und bringen die Geschichte wieder ins Rollen.
Nicht dass sie vorher völlig gestockt hätte, aber ohne wäre es auf Dauer doch etwas zäh gewesen.

"Bernie & Chet" ist also ein unterhaltsamer Hunde-Krimi mit einem sehr sympathischen Hauptcharakter. Wirkliche Tiefe in der Geschichte und in den Charakteren sind hier nicht wirklich anzufinden, aber dennoch macht das Lesen Spaß. Damit eignet sich das erste Abenteuer der beiden Privatdetektive wunderbar für ein paar entspannte Nachmittage oder einfach als Lektüre zwischendurch - ein wirkliches Muss ist es dabei aber nicht.