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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Und im Zweifel für dich selbst - Elisabeth Rank Was mir schon zu Anfang an geradezu ins Auge sprang, war dieses wunderschöne Cover. Es ist sehr schlicht, wie man sehen kann, und dennoch fasziniert und begeistert es mich. Wie schön einfache Dinge sein können.
Doch nicht nur optisch weiß dieses Buch zu überzeugen.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Es erscheint dem Leser fast, als würde Tonia neben einem stehen und erzählen, so leicht tänzeln die Worte vorbei, erzeugen Bilder im Kopf, die zum Leben erwachen, bleiben – und treffen. Die Autorin weiß sehr gut, Dinge darzustellen, die mit normalen Worten gar nicht zu erfassen wären.
Und so fährt man mit ihnen mit, mit Lene und Tonia, und besonders letztere versteht man mit jeder Seite besser. Natürlich ist durch den Ich-Erzähler unweigerlich ein besserer Einblick in ihren Charakter geboten, so viel ist klar. Und ich gebe offen zu, dass ich nicht jede von Lenes Handlungen vollkommen nachvollziehen konnte. Doch Tonia ist ein Charakter, der in sich schlüssig ist – ein Mensch wie du und ich; und das merkt man. Man kann sich einfach wunderbar mit ihr identifizieren, versteht sie, als wäre man sie.

Letztlich kann ich nur sagen, was dieses Buch für mich ist; denn einen roten Faden, eine klare Handlung wird man hier nicht finden.
Für mich ist es eine Geschichte über einen Verlust und eine Flucht, die das Nachdenken erzwingt, Entscheidungen erfordert und das Realisieren unumgänglich macht. Nicht nur um Tim kreisen die Gedanken, oft auch um das eigene Leben, um bisherige Erinnerungen. Besonders Tonias Freund Friedrich und Vince beherrschen ihre Gedanken und dennoch ist sie für Lene da, so gut es eben geht.
Man kommt selbst ins Stocken, denkt nach, überlegt. Man gibt sich Erinnerungen hin, die womöglich rein gar nichts mit der Geschichte zu tun haben. Doch auch sie kommen plötzlich, ebenso wie sie auch im Buch plötzlich kommen; den Leser gar verwirren. Und auch das ist schön, es ist real.
Am Ende trauert man selbst um Tim, wünscht ihn zurück, auch wenn man ihn gar nicht kannte. Man weint für Lene, für Tims Eltern, für seinen Bruder, für Tonia … und auch ein bisschen für sich selbst.
Und selbst am Ende, als man merkt – sie schafft es! Selbst da bleibt dieser Kloß im Hals, denn selbst dafür muss einiges getan werden. Und wieder weint man, weil es nicht so einfach geht; dann wäre das Leben fast perfekt.

„Und im Zweifel für dich selbst“ ist ein bittersüßes Buch; ein kurzes Vergnügen, das lange nachhallt und dem ich gerne fünf von fünf Sternen zuspreche.