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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Der Fluch der Druidin: Roman - Birgit Jaeckel „Der Fluch der Druidin“ ist definitiv anders als „Die Druidin“. Diesmal ist Sumelis, Talias Tochter, die Hauptperson. Sie ist gerade zu Besuch in Alte-Stadt, da wird sie von einem Fremden entführt. Später stellt sich heraus, dass es Nando ist, der Sumelis zu seinem König – Boiorix, ein alter Bekannter aus dem ersten Roman – bringen will, damit diese ihn von einem Fluch befreien kann, der seine Seele plagt. Sumelis hat mehrmals die Chance zu fliehen, nutzt diese jedoch nicht – nicht, weil sie die bisherigen Versuche niedergeschlagen haben, sondern weil sie von Nando fasziniert ist und scheinbar lieber mit ihm geht.
Und da wären wir auch schon beim ersten Kritikpunkt: Ich fand dieses Verhalten auf gut deutsch gesagt bescheuert. Ich kann Sumelis’ Faszination nachvollziehen, ist Nandos Seele doch mit Schatten belegt, die jede Regung zu verstecken scheinen. Dennoch – wo ist da der Selbsterhaltungstrieb? Natürlich hat Nando sie bis dahin im Grunde gut behandelt, doch das und auch das Versprechen, sie würde zu ihren Eltern zurückkehren, sind nicht wirklich Gründe, dem vollauf zu vertrauen. Immerhin hat der König das letzte Wort, das sollte ja wohl auch Sumelis klar sein. Außerdem – denkt sie auch an ihre Eltern, die sie just in diesem Moment suchen und nicht wissen, dass sie wieder zurückkommen soll?
Diese sind nämlich auch mit von der Partie; Talia und Atharic lassen ihre beiden gemeinsamen Kinder Hari und Vebromara zurük, um Sumelis zu suchen und zu retten.
Nebenher ranken sich vereinzelt kleinere Handlungsstränge: Atharic weiß nach wie vor nichts von Talias Vergewaltigung durch Dago, was genau steckt eigentlich hinter Sago, welche Spielchen treibt die Hohepriesterin der Kimbern …?
Ja, „Der Fluch der Druidin“ ist anders als sein Vorgänger, auch etwas chronologischer, der Erzählstil ist weniger sprunghaft. Aber es ist leider nicht unbedingt besser. Nach wie vor kommt nur stellenweise richtig Spannung auf, an anderer Stelle ist das Buch zwar schön zu lesen, aber es haut einen nicht vom Hocker; was es auch insgesamt gesehen nicht macht.
Das Ende empfand ich persönlich als etwas unbefriedigend. Einerseits natürlich, weil ich ein verdammter Happy-End-Suchtie bin (und das gibt es dies mal nicht, soviel sei verraten), zum anderen weil etwas zu fehlen scheint. Es ist aber auch ein wenig überraschendes, dafür um „schüttelnderes“ Ende, bei dem man schlichtweg das Gefühl hat, da müsse einfach noch was kommen! Außerdem wurde mir Sumelis auf den letzten Seiten etwas unsympathisch, was nie gut ist bei einem Hauptcharakter. Ich kann ihre Gründe gut nachvollziehen, aber dennoch handelt sie ein bisschen zu egoistisch – immerhin hätte sie sich wenigstens melden, Rücksicht auch auf ihre Eltern nehmen können – zumindest nach einem Jahr.
Und ehe ich weiter in Rätseln spreche, die letzten Punkte im Schnelldurchlauf: Der Schreibstil ich nach wie vor sehr angenehm und die Autorin schafft ein gutes Bild der damaligen Zeit. Über die historische Korrektheit vermag ich nicht zu urteilen, aber das präsentierte Bild wirkt schlüssig, auch wenn die Sprechweise der Römer ab und an befremdlich scheint.
Weiterhin dümpelte „Der Fluch der Druidin“ nicht auf der gleichen Schiene weiter, sondern entwickelte etwas Neues, brachte interessante, neue Charaktere vor und band die ehemaligen gut in die Geschichte ein.
Es ist eine runde Sache, aber leider wieder nichts Herausragendes, auch wenn ich das Buch für zwischendurch durchaus empfehlen kann. Daher würde ich dem Buch erneut drei von fünf Sternen geben.