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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Lost In History   Gegenwart Roman - Axel Westerwelle Viel mehr als oben steht, lässt sich leider auch nicht zum Inhalt sagen: Christoph beschäftigt sich mit Zeitreisen, dann mit außerirdischer Intelligenz und begeht letztlich seinen dümmsten Fehler – das war’s.
Im Grunde muss das nichts heißen, die Geschichte kann immer noch spannend und interessant sein – auch wenn es wünschenswert gewesen wäre, wenn Christoph schon mehr erlebt. Dennoch sind die Fakten durchaus wissenswert, vor allem, wenn man dem Autor glaubt und das wirklich der aktuelle Wissensstand der Dinge ist. Wenngleich der Übergang zu den Außerirdischen ein wenig zum Augenbrauenheben animiert, ist die Herangehensweise auch da nicht unsinnig oder lachhaft, und wer fürchtet, bald grünen Männchen gegenüber zu stehen, irrt gewaltig. Die Darstellung ist nüchtern, nicht immer komplett logisch oder nachvollziehbar, aber im Groben gut.
Doch leider finden bei dem Informationsfluss auch einige Dinge Erwähnung, die vollkommen unwichtig sind und andere, die lesenswerter scheinen, werden zurückgehalten. Das bremst den Lesefluss ungemein – ebenso wie die Eigenheit des Autors, alle möglichen Dinge wieder und wieder zu wiederholen. Das fängt bei englischen Sätzen an, die zunächst in Originalsprache dastehen und kurz darauf übersetzt werden, geht weiter über Gedanken und Erkenntnisse, die alle paar Seiten erneut aufkommen, als wären sie neu, bis hin zu Passagen, in denen die ganzen vorherigen Abläufe nochmals geschildert werden, obwohl man gerade davon gelesen hat. Die Geschichte dreht sich teilweise einfach im Kreis und nimmt der Handlung damit alles an Spannung, was sie ursprünglich zu bieten hatte. Das Lesen wird mehr zur Unannehmlichkeit denn zum Vergnügen, was äußerst schade ist.
Diese Wiederholung zeigt sich leider auch in der Sprache. Gefühlte hundert Male ist Claudia die „geliebte Ehefrau“ oder Christoph ihr „geliebter Ehemann und Vater meiner Kinder“, um zwei Beispiele zu nennen. Ansonsten ist die Sprache bedacht gewählt, teilweise jedoch zu sehr mit englischen Begriffen gespickt, die Otto Normalverbraucher so eher selten oder gar nicht verwendet.
Die Sprache, die sonst im Roman verwendet wird und – wie bereits erwähnt – in Großen und Ganzen gut klingt, findet ihren Weg leider auch in die wörtliche Rede, wo sie überhaupt nicht passt. Das Gesagte wirkt meist nur steif und gekünstelt, vor allem die Gespräche Claudias mit ihrer Freundin.
Hinzu kommt, dass die Charaktere teils etwas selbstgefällig und angeberisch wirken. Es gibt absolut nichts gegen Wohlstand einzuwenden – allerdings ist es vollkommen egal, ob man nun einen Phaeton fährt und welche Marke der Laptop hat. Ab einem gewissen Punkt möchte man ihnen nur noch sagen, dass es gut ist, dass man kapiert hat, wie klasse es ihnen geht und wie toll sie sind.

Betrachtet man das alles so zusammen, kann kein wirklich gutes Urteil dabei herauskommen – und ich kann beim besten Willen nur zwei Punkte vergeben. Wer sich an Wiederholungen nicht stören will und großes Interesse an Zeitreisen und einer eher natürlichen Erklärung suchen, wird an dem Buch sicherlich mehr Spaß haben. Wer allerdings eine spannende Geschichte erwartet, ist hier nicht unbedingt gut bdient. Und dennoch: Die Leseprobe für Band zwei am Ende macht schon wieder ein bisschen Lust auf mehr. Ob es mehr überzeugen kann, vermag an dieser Stelle aber logischerweise nicht zu sagen.