4 Followers
6 Following
Shiku

Muh, das Telefonbuch

Currently reading

Brave New World
David Bradshaw, Aldous Huxley
Men of the Otherworld (Otherworld Stories, #I)
Kelley Armstrong
Tales of the Otherworld (Otherworld Stories, #2)
Kelley Armstrong
Sieben Minuten nach Mitternacht - Patrick Ness, Siobhan Dowd, Bettina Abarbanell Conor ist dreizehn, sein Vater lebt mit seiner neuen Familie in Amerika und seine Mutter ist todkrank. Er hat es schwer genug, sollte man meinen, aber nun begegnet ihm auch noch sieben Minuten nach Zwölf immer wieder ein Monster! Aber Conor hat keine Angst und eigentlich möchte es dem Jungen auch nichts tun. Drei Geschichten will es ihm erzählen – nur die vierte muss von Conor kommen. Und davor, nun, hat Conor unsägliche Angst.


„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist so eine Geschichte, die man nicht lesen sollte, wenn man keine Taschentücher zur Hand hat. Dass das so ist, wird ziemlich schnell klar, wenn wir langsam Conor kennenlernen und auch erfahren, wie seine momentane Situation denn aussieht. Da gibt es eine ganze Menge zu erfahren und nicht alles ist sofort ganz klar – da muss man schon ein bisschen weiter lesen, um auch alle Details zu erfahren.
Am Ende bietet sich dann ein zusammenpassendes Ganzes dar, das ganz gewiss nicht schön, aber dafür realistisch ist. Das Gleiche gilt auch für Conor, der ein sympathischer kleiner Kerl ist, was wiederum seine Situation nur umso furchtbarer werden lässt – sofern das überhaupt möglich ist. Er ist ein unglaublich lieber Sohn und vor allem eines: stark. Und trotz allem, was während der Geschichte geschieht, finde ich ihn einfach bewundernswert.

Das Schönste für mich an diesem Buch war aber, dass es zwar unsäglich traurig ist, mich dementsprechend immer wieder zu Tränen gerührt, aber nie heruntergezogen hat. Dies ist kein deprimierendes Buch, auch wenn das bei dem Thema leicht hätte passieren können. Es zeigt einfach, wie es manchmal sein kann und für viele gerade ist – dass es aber auch noch anderes gibt und weiter geht.
Ein bisschen haben wir das auch dem Konzept zu verdanken – Conor muss all das zwar lernen, aber er hat einen Lehrer, der ihm nichts Übles will. Das Monster ist eigentlich kein Monster und sieht auch nicht wie eines aus – seine Gestalt ist gerade insofern sehr interessant, dass man sich fragen kann, was es denn eigentlich wirklich ist. Die Inhaltsangabe der deutschen Ausgabe bietet in der Innenklappe eine Antwort an und ich möchte ihr gerne zustimmen. Aber das soll jeder für sich selbst entscheiden.

Eine kleine Kritik habe ich aber: Mir fehlt ein bisschen das Schaurige. Es hätte einfach wunderbar zur Geschichte gepasst und sollte vermutlich auch dabei sein, doch gemerkt habe ich davon nichts. Dabei haben die Zeichnungen, die uns die ganze Zeit über begleiten, eine wirklich schöne Atmosphäre erschaffen, doch das nützt wenig, wenn der Text nicht mitzieht.
Dabei schreibt Patrick Ness sehr schön und ansprechend beziehungsweise wirkt dies in der Übersetzung so. Vielleicht hat sie da aber auch ein bisschen was weggenommen, wer weiß.
Wunderbar ist dieses Büchlein trotzdem.


„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist eine Geschichte, die es einfach unmöglich macht, nicht zu weinen. Wer aber vor einer viel zu deprimierenden Geschichte zurückschreckt, braucht sich nicht zu sorgen: So eine findet man hier nicht. Dafür aber eine schöne Idee, einen großartigen Jungen und ein bisschen Wahrheit, die viele zwar schon kennen, genauso viele aber auch erst kennenlernen müssen.