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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Brave New World
David Bradshaw, Aldous Huxley
Men of the Otherworld (Otherworld Stories, #I)
Kelley Armstrong
Tales of the Otherworld (Otherworld Stories, #2)
Kelley Armstrong
Ashes (Ashes, #1) - Ilsa J. Bick 2,5
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Alex‘ Leben war eigentlich schon schlimm genug: Mit 14 Jahren wurde sie zur Waise, als bei einem Unfall ihre Eltern ums Leben kamen, mit 15 Jahren diagnostizierte man bei ihr Krebs. Mittlerweile ist sie 17 und hat genug von ihrem Kampf – doch bevor sie aufgibt, gibt es noch etwas, das sie erledigen muss.
Noch weiß sie nicht, dass während dieses Ausflugs eine seltsame Druckwelle für kurze Zeit alle Lebewesen ausknocken wird, geschweige denn dass am Ende die meisten Menschen tot, mit wenigen Ausnahmen nur noch ältere Personen am Leben und junge Leute zombieartige Kannibalen sein werden. Sie ahnt noch nichts von der jungen Ellie, die wie sie selbst verschont bleibt oder Tom, oder davon, dass sie künftig zu dritt überleben lernen müssen. Und noch stellt sie sich nicht die Frage, was passiert ist – und was noch passieren kann?


Ich hab, ehrlich gesagt, ziemliche Probleme, den Inhalt zusammenzufassen, ohne gleich das ganze Buch wiederzugeben, denn wirklich viel passiert nicht. Eigentlich fing es recht gut an. Der Schreibstil der Autorin ist sehr mündlich, was dem Buch aber – zusammen mit den recht kurzen Kapiteln – einen passagenhaften, erzählerischen Touch verleiht, als würde mir Alex mal eben die Geschichte leibhaftig erzählen. Das mochte ich sehr, genauso wie den Umstand, dass ich anfangs noch so gar nichts wusste und dementsprechend von einigen Äußerungen Alex‘ sehr verwirrt wurde – was meint sie, wenn sie von den mangelnden Erinnerung an ihre Eltern spricht, warum ist das so? Die ersten Seiten begannen für mich sehr interessant, weil ich sofort Lust hatte, dieses Mädchen kennenzulernen und die Umstände, in denen sie lebt. Das hält sich zu Beginn auch, bis die Druckwelle das Leben aller komplett verändert. Mal abgesehen davon, dass Ellie mich schlagartig genervt hat, weil sie grob gesagt genau das ist, was man umgangssprachlich auch mal als „pain in the ass“ bezeichnet (ändert sich zum Glück später!), war ich auch dann noch sehr interessiert, aber mit der Zeit, in der Ellie, Alex und schließlich auch Tom einfach nur überleben, ebbte das Gefühl langsam ab. Es ging einfach nicht vorwärts und auch wenn es nicht zwangsläufig langweilig war, ließ sich nicht wirklich erschließen, wo das Ganze hinführen soll.
Nach einem kleinem Umschwung wird das auch nicht wirklich besser, im Gegenteil: Ab einem gewissen Punkt hatte ich das Gefühl, dass die Handlung noch weiter herunterfährt, was mich persönlich ein bisschen hilflos zurückließ. Genauso wirkte Alex‘ plötzlicher erneuter Antrieb auf mich leicht unbegründet. Nicht falsch verstehen, ich war froh darüber! Und es wird auch ein Grund genannt, der auf mich aber nicht ganz schlüssig wirkte.

Nun muss das ja nicht alles sein, ein Buch besteht immerhin auch noch aus Charakteren, Atmosphäre und so weiter. Von einigen hörte ich, dass das Buch gruselig sei, allerdings kann ich mich da nicht anschließen. Klar, ein kleiner Ekelfaktor ist vorhanden, aber die paar Szenen mit den Pseudo-Zombies reichen für mich persönlich nun wirklich nicht aus, um wirklichen Grusel heraufzubeschwören. Das heißt nicht, dass besagte Szenen einfach hinzunehmen sind – sie sind ekelig, da besteht wirklich kein Zweifel und ich war durchaus froh, dass ich nebenbei nicht gegessen habe. (Nicht dass man sich an der Stelle übergeben müsste, aber so ein leises unangenehmes Gefühl in der Magengegend hat niemand gern, oder?) Allerdings wird ein Buch durch zwei, drei lustige Stellen noch nicht insgesamt witzig, und genauso verhält es sich auch mit „Ashes“. (Oder ich hab zu viele Bücher gelesen, in denen mit Gedärmen um sich geworfen wird. Das sollte vielleicht auch noch in Betracht gezogen werden. Dass dem so ist, kann ich schlecht verleugnen.)
Bleiben die Charaktere und … nun ja. Sie waren mir keineswegs unsympathisch und interessant sind sie definitiv, aber ich hatte nie das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Genauso fehlte mir die Chemie zwischen den Charakteren, die durchaus möglich gewesen wäre. Dummerweise vergehen teilweise Wochen, ohne dass der Leser direkt an der Entwicklung teilhaben kann (zumindest nicht in dem Ausmaß) und mir persönlich ging da zu viel verloren. Ich hatte am Ende nicht mal ein Problem mit der angedeuteten Dreiecksgeschichte, obwohl mir das Interesse am zweiten Herrn hauptsächlich unnötig vorkam. Warum es mir egal war? Mir fehlten die Funken in der ersten „Beziehung“; ich glaube, so egal war mir noch nie, wen sie am Ende wählt oder überhaupt einen von beiden.

Generell kamen so gut wie gar keine Gefühle bei mir rüber, wobei dabei als positiv gewertet werden muss, dass ich mich auch nicht unbedingt über „Ashes“ ärgern konnte. Ich fand es auch – vor allem am Anfang – interessant, allerdings ebbte das immer mal wieder ab. Ich war aber nie wirklich gespannt, wie es nun weiter geht, konnte nicht mit den Charakteren mitleiden oder irgendetwas anderes dieser Art tun. Da war für mich einfach nichts.
Einzig das Ende war dann wieder richtig cool und endlich mal spannend. Bei jedem anderen Buch, das mich so emotionslos hinterlässt, hätte ich wohl nicht mal daran gedacht, die Serie weiter zu verfolgen, aber „Ashes“ hat es absolut geschafft, mich zum Schluss noch einmal so richtig neugierig zu machen, wie es denn nun weitergeht. Wer weiß, vielleicht passiert dann auch ein bisschen mehr? Ich geb die Hoffnung zumindest noch nicht auf, weil auch die Idee hinter dem Buch eigentlich ziemlich gut ist.


Es ist zwar ein interessantes, bis zum Ende aber nie spannendes Buch für mich gewesen. Die Charaktere bleiben Fremde, die Handlung plätschert vor sich hin. Es spricht schon sehr für das Ende, dass es all das wieder ein bisschen ausgleichen kann und mich neugierig gemacht hat auf den nächsten Band!