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Shiku

Muh, das Telefonbuch

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Die Druidin - Birgit Jaeckel Die junge Talia lebt bei ihrer Ziehmutter Vebromara, die bereits alt ist und das junge Mädchen drängt, ihren noch lebenden Vater ausfindig zu machen oder wenigstens die Familie ihrer Mutter, damit sie nach Vebromaras Tod nicht als Sippenlose leben muss. Doch Talia hasst ihren Vater, da dieser kurz nach ihrer Geburt befahl, sie zu töten. Das ist alles, was sie weiß.
Doch das ist nicht das einzige Besondere an Talia; sie besitzt sie Fähigkeit, die Seelen anderer zu sehen, wenn sie sie berührt – eine mächtige Gabe, die besonders der Druide Ientus für sich gewinnen will.
Zu eben jener Zeit befindet sich auch eine Gruppe von Söldnern in Talias Dorf, mit ihnen ihr Anführer Atharic, den Talia nicht zum letzten Mal gesehen haben wird.
Ihre Wege führen sie nach Alte-Stadt und letztlich wird sie doch im Haushalt ihres Vaters angestellt.
die ist nur der Beginn einer Serie einschneidender Ereignisse, die das Leben aller gehörig auf den Kopf stellt. Ich möchte sie auch gar nicht weiter benennen, um nicht zu viel zu verraten. Denn leider ist einiges davon sehr schnell vorauszusehen; man überlebt wenige Überraschungen innerhalb der Geschichte, wenngleich sie nicht komplett fehlen.
Die Geschichte beschränkt sich nicht auf die Sicht einer einzigen Person; sie wechselt von Talia zu Atharic oder Caran, obgleich Talia nach wie vor die Hauptperson ist und der Fokus somit auf ihr liegt. Dies ermöglicht ein schnelles Wechseln, das manchmal nötig ist – einige unvorhersehbare Wendungen sind nicht zuletzt der interessanten Erzählweise der Autorin zu verdanken. Oft „springt“ die Geschichte weiter. Die Erzählung stoppt an einem Punkt in der Handlung und setzt dann einige Stunden, Tage und manchmal sogar Jahre später wieder ein. Im Nachhinein erfährt der Leser, was dann noch geschehen ist. Diese Art des Erzählens gibt dem Buch einen außerordentlichen Reiz, doch leider verliert sich das zum Ende hin wieder ein wenig. Dummerweise wird dabei auch genau die Zeit übersprungen, in der Talia ihre Gabe zu beherrschen lernt, sodass sich diese ein wenig verliert.
Ohnehin wirkt der Schluss weniger gelungen als der Anfang. Einige Charaktere wirken teilweise etwas erzwungen, handeln unlogisch oder seltsam. Das Ende wirkt ein wenig lasch, wenn man den Ernst der Lage betrachtet – Alte-Stadt ist von Feinden umzingelt, das Heer jedoch hat sich einige Tagesritte weiter weg stationiert und kämpft dort gegen andere Eindringlinge. Eigentlich erwartet man etwas Spektakuläres – das geschieht zwar auch, aber es ist eben etwas Klein-Spektakuläres und dass danach alles fallen gelassen wird, ist schade. Scheinbar wollte die Autorin dem Leser ein zufriedenstellendes Ende schaffen, doch mich hat es leider enttäuscht, auch wenn ich mich für die Protagonisten freue. Es passt leider nicht ganz zu dem, was zuvor geschehen ist.
Dennoch muss man dem Geschehen zugute halten, dass das Drumherum äußerst realistisch und nachvollziehbar kreiert wurde, was dem Ende doch noch einige Plupunkte bringt.
Der Schreibstil der Autorin ist in Ordnung, nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Zufriedenstellend trifft es wohl am besten.
Leider mangelt es dem Buch ein wenig an Extras. Zwar gibt es ein Personenregister und auch eine Übersicht der Orte und Stämme jener Zeit, und auch eine Karte befindet sich im Buch. Leider wurde diese so ungünstig gedruckt, dass der Mittelteil einfach fehlt; außerdem hätte ich mir Kennzeichnungen für die Routen verschiedener Stämme, die in dem Buch eine Rolle spielen, gewünscht, um eine genauere Vorstellung davon zu bekommen. Und für die Sprachfüchse unter uns, wären sicherlich ein paar Hinweise zum Wort „Kimbern“ nett gewesen – denn es wird innerhalb des Buches immer irgendwie anders dekliniert, was heillos verwirrt. Mal ist es „der Kimbern“, dann „der Kimber“ …
Das sind kleine Makel, die nicht hätten sein müssen, ebenso wie die unschönen „Versorgungs Wagen“ auf Seite 512 oder Atharics mathematischer Fauxpas, als ein Bote von vierhundert Verrätern spricht, Atharic plötzlich aber von fünfzig spricht.
Dennoch weiß „Die Druidin“ stellenweise sehr zu fesseln – auch wenn mir der Titel nach wie vor schleierhaft ist, das Talia nun einmal keine Druidin ist – und stellt deswegen ein ordentliches Debüt dar. Deswegen gebe ich dem Buch für meinen Teil drei von fünf Sternen, man kann es durchaus lesen, aber ein wirkliches Muss ist es nicht. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Teil.
Was vielleicht noch zu erwähnen ist, ist das schöne Cover. Auch wenn man es auf dem Bild nicht sehen kann, der Hintergrund ist wundershön mit blau-grün-schwarz-gelben Strukturen gescmückt – dafür ein großes Lob!